Krzysztof Kotiuk - Seite des Autors
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     kpt. Krzysztof Kotiuk
 Ok³adka ksi±¿ki
 
 

121 Tage in Piratenhand - Wahnsinn, wie kann man das nur aushalten?! Ein paar Worte nur, aber immer wieder die gleiche erschrockene Spontanreaktion. Hinter denen unendlich viele, quälende Eindrücke stehen. Wer will schon von sich behaupten, dieses Martyrium nachvollziehen, geschweige denn verstehen zu können! So lange wurde bisher kaum eine Besatzung von Piraten festgehalten.
Kapitän Krzysztof Kotiuk trug auf der HANSA STAVANGER zudem eine doppelte Last: nicht nur die der Rettung seines eigenen Lebens, sondern auch das seiner Besatzung. Das hieß Tag und Nacht unter Höchstspannung und desaströsen Lebens-bedingungen in einem Verantwortungs und Entscheidungsstress zu stehen, der selbst in unseren sensationsgesättigten Zeiten
seinesgleichen sucht. Eine schier übermenschliche, lebensrettende Leistung!
Dafür gilt ihm Dank und Anerkennung!
Unter Seeleuten kursiert der Spruch: "Die besten Kapitäne stehen immer an Land".
Das heißt so viel wie: "Vom sicheren Kai aus lässt es sich gut mitreden".

So auch im Fall der HANSA STAVANGER-Geiselnahme.

 

Als sich die erste mediale Aufregung gelegt hatte, die Geschichte und die damit verbundenen Menschen sogar zeitweilig in Vergessenheit gerieten, meldeten sich schnell Besserwisser und Zweifler zu Wort: Was sie alles getan oder nicht getan hätten. Diese "guten Ratschläge" würden ein weiteres Buch füllen.
Zum Glück bekamen die Männer an Bord der HANSA STAVANGER vor der somalischen Küste, fernab der deutschen Gerüchte- und Spekulationsküche, wenig davon mit. So konnten sie vier Monate durchhalten, ohne sich auch noch mit Vorhaltungen und Zweifeln auseinandersetzen zu müssen.

Krzysztof Kotiuk, mit dem ich selbst zur See gefahren bin, hat jahrzehntelange See-Erfahrungen auf dem Buckel. Ein Mann - sozusagen mit allen Wassern der Weltmeere gewaschen. Reich an Erfahrung und psychisch kein "Weichei". Trotzdem hat ihm die schwierige Zeit der Geiselnahme heftig zugesetzt.
An Bord führte er dennoch akribisch Tagebuch. Kotiuk zeichnete die Ereignisse im Indischen Ozean zwischen April und August 2009 schonungslos auf, unter schwierigen Bedingungen. Nicht um der Sensationshascherei willen, sondern um zu zeigen, wie Menschen in einer derartigen Ausnahmesituation denken, fühlen und handeln. Oft entgegen allen Theorien. Auf andere Art litten - zwischen den Philippinen, Deutschland, Polen und Russland - die Familienangehörigen der Seeleute. Die Kapitänsfrau Bozena Kotiuk, studierte Juristin und frühere Konsulin, kommt hier deshalb stellvertretend zu Wort. Im Übrigen kann das vorliegende Buch nicht den Anspruch für sich reklamieren, objektiv sein zu wollen oder eine Gesamtanalyse des Falles zu versuchen. Das ist nicht einmal ansatzweise zu leisten. Gleichwohl betont Kapitän Krzysztof Kotiuk, dass er, ohne jemandem zu nahetreten zu wollen, die aus seiner Perspektive "bestmögliche Wahrheit" wiedergegeben habe.

Dr. Peer Schmidt-Walther